Michael Kerres: Web 2.0 and its implications on eLearning
Generell muss ich sagen, dass ich es gut fand, den Text sowohl auditiv, als auch geschrieben vorliegen zu haben. Hat den Vorteil, dass ich meine Ohren weiter durch selbstgewählte Musik beschallen lassen kann …
. So nun aber zum Inhalt.
Nach Michael Kerres hat sich durch das Web 2.0 ein verändertes Nutzerverhalten im Internet ergeben, welches natürlich auch Auswirkungen auf das E-Learning hat. Er prangert an, dass Lehrer oder Dozenten Lernplattformen immer mit Content füllen wollen, obwohl sich im Web schon passender Content befindet. Da kann ich ihm nur zustimmen. Oft ist es so, dass man über ein Thema im Internet recherchiert und man sich zwei oder drei (manchmal auch mehr) Quellen bedient, die als Vorlage/Muster oder nur als Anregung für den eigenen Content dienen. Eigene Inhalte zu erstellen – seien es Powerpoints, Videos oder auch nur Textzusammenfassungen – brauchen sehr viel Zeit und oft auch Geduld (man denke nur an gewisse Office Programme aus dem Hause Microsoft …). Wäre es manchmal nicht einfacher nur die zwei oder drei Links zu „posten“, da auf diesen Seiten ja eigentlich schon alles gesagt wird? Grundsätzlich würde ich hier mit ja antworten, allerdings tauchen da auch gleich neue Probleme auf z.B.: Was ist, wenn man mit einem bestimmten Punkt einer verlinkten Seite nicht zustimmt, man diese seinen Studenten / Schülern trotzdem zeigen will, da der restliche Teil der Seite hervorragend ist?
Gut finde ich auch die Idee, dass sich jeder Lernende seine Lernplattform individuell gestalten sollte und nur die RSS-Feeds des Lehrenden abbonieren braucht. Gleichzeitig kann ich mir jedoch nicht vorstellen, dass dies heutzutage schon funktionieren würde. Mit kommen da sofort ein paar Professoren unserer Universität in den Sinn, bei denen es definitiv an der Medienkompetenz scheitern würde (Umgang mit RSS etc.). Aber auch bei den Studenten würde es höchstwahrscheinlich nicht viel besser aussehen. Ein weiteres Problem spricht er selbst schon an und zwar, dass RSS-Feeds grundsätzlich jedem zugänglich sind. Eine Passwortfunktion gibt es für RSS-Feeds nicht. Für einige Uni-Seminare wären sie deshalb untauglich.
Die Perspektive für Lernplattofrmen, die Kerres unter anderem aus seinen Drupal-Erfahrungen zieht, finde ich interessant. Ich denke jedoch, dass er einen wichtigen Punkt dabei vergessen hat. Das ganze Konzept basiert auf der zum Teil freiwilligen, aktiven Mitarbeit der Lernenden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich dieses „soziale“ Engagement sehr oft in Grenzen hält, getreu dem Motto: „Sollen die anderen doch mal machen …!“
So – nun hat sich’s auch für Jack Johnson ausgesungen. Kommen wir zum Videobeitrag:
Michael Wesch – A Portal to Media Literacy
Zunächst fallen mir die Zahlen auf, die er am Anfang präsentiert. Also davon halte ich sehr wenig. Schüler zu fragen, ob man die Schule mag und dann per Handzeichen auszählen. Das Ergebnis war ja schon von vorne rein klar und hat meines Erachtens nicht wirklich wissenschaftliche Relevanz.
Überhaupt zieht er ständig Vergleiche (die auch visuell hinterlegt werden), die seiner Aussage zusätzlich Brisanz geben sollen (was natürlich auch gelingt). Macht das Ganze zweifellos unterhaltsamer und einfacher zu verstehen, erinnert mich jedoch an irgendwelche einleuchtenden Floskeln z.B. von Politikern, wo jeder Zuhörer nickt und „ja und amen“ sagt, ohne großartig darüber nachzudenken. Adäquat dazu lässt sich sagen: Das Ergebnis von Wesch Handzeichenbefragung ist ähnlich vorhersagbar wie das Ende von Rosamunde Pilcher Filmen. Na – klingt einleuchtend!?
Wo er aber definitiv recht hat – und was auch schon von den Seminarteilnehmern Calliope und Maggo86 ausführlich und gut erläutert wurde – ist die Tatsache, dass oft nur Wissen gepaukt wird, das man am nächsten Tag oder die Woche nach dem Test schon wieder vergessen hat. Lernen beschränkt sich meist auf Auswendiglernen und nicht auf Verstehen. Da kann ich „Dandivonpferd“ nur zustimmen. Klar gehört auch Wissensvermittlung dazu und über gewisse Dinge muss man einfach bescheid wissen – gehört quasi zur Allgemeinbildung. Meiner Meinung nach sollte dieser Zeitpunkt jedoch spätestens mit dem Eintritt in die Universität vorbei sein. Hier ist jeder für sich und sein Lernen selbstverantwortlich und braucht nicht unbedingt Zahlen auswendig lernen (außer man studiert Geschichte o.ä.).
Vor diesem Hintergrund bietet das Web 2.0 meines Erachtens eine große Möglichkeit Veränderung zu schaffen, nicht nur an der Universität, sondern vorausblickend auch schon in den Schulen.
Das Projekt von Wesch in den Klassen fand ich sehr interessant und denke es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wo ich ihm allerdings nicht zustimme ist, dass das Projekt in der größeren Klasse noch viel besser wäre, als in der kleineren. Vielmehr würden die Leute in der Masse untergehen und es sicherlich auch Schüler geben, die gar nichts beitragen.
So gut ich E-Learning finde – größter Kritikpunkt ist für mich immer noch die räumliche Distanz. Gerade eine Diskussion lebt doch von Emotionen, Gestiken und Mimik. Emoticons können diese nur schwer ersetzen. Auch Persönlichkeitsbildung geschieht meiner Meinung nach nicht im Chat, sondern hauptsächlich in Face-to-Face Kommunikationen.
Was mir nicht wirklich deutlich wird ist die Aufgabe des Lehrers. Mir kommt es so vor, als bestünde diese nur noch daraus „Research“ zu betreiben und die gefundenen Links den Studenten auf einer Plattform zu präsentieren. Darüber hinaus noch den Moderator spielen und fertig ist der „neue Lehrkörper“. Okay – das ist jetzt natürlich überspitzt formuliert, aber der klassische Lehrer wie wir ihn kennen, hat mit diesem Lehrer so gut wie gar keine Gemeinsamkeiten mehr. Sind Lehrer, die sich mit PC und mit Web 2.0 Anwendungen nicht auskennen künftig nutzlos?
Das sehe ich nicht ganz so, da – betrachtet auf meine Schulzeit – ich teils sehr kompetente Lehrer hatte, die mir sehr viel beigebracht haben – auch ohne PC-Kenntnisse. Noch mehr Lehrer gab es jedoch, die nur meine Ausreden-Vielfalt auf Entschuldigungszetteln trainiert haben. Wenn ich jetzt sehe, wer aus meinem Abi-Jahrgang den Lehrberuf anstrebt, dann sehe ich da ähnliches – krass formuliert: pädagogische Unkompetenz. Viele studieren Lehramt nur, weil ihnen nichts Besseres eingefallen ist und Lehrer viel Urlaub haben. Ist es nicht viel mehr ein kompletter Studiengang der reformiert werden sollte?
Hm – auf die Frage hab ich jetzt auch keine Antwort! Aber ich denke, dass Veränderungen notwendig sind und wenn man mit Web 2.0 schon eine große Veränderung in Schule und Universität bringt, dann sollte man auch gleich das Schulsystem reformieren inklusive dem Studiengang. Dabei sollte man weder alles Alte verteufeln und über den Haufen werfen, noch an zu vielen festgefrorenen Dingen festhalten….
[...] nächstes würde ich gerne Rückmeldung zum Feedback meiner Kommilitonen über meinen Beitrag (2te Aufgabe) geben. Generell hätte ich mir mehr Kritik erwartet, da ich doch einiges sehr kritisch und [...]
[...] das nicht mit Web2.0 Anwendungen? Dies bringt mich auch gleich zu meinem nächsten Punkt, wo ich Rhyminsimon widersprechen muss. Wie nun bereits mehrfach erwähnt, muss der Lehrinhalt in Anwendung von [...]